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Yamaha SR-500 Motorüberholung

Erstanden habe ich meine SR durch Tausch gegen meine Suzi. Sehr gut gefiel mir der breite Original-Lenker (Baujahr 79), geil war die Kickerei! Leider war das Moped durch die Vorbesitzer ziemlich heruntergekommen, der Motor lief nicht optimal (Leistung = Vmax 135 kmh, hoher Ölverbrauch), die schöne Original-Lackierung war leider hinüber, Sitzbank kaputt, etc.

Also im Winter ans fröhliche Schrauben: Motor raus, aufmachen, aufbohren, erste Übergröße rein, Kanäle ein bißchen polieren, neue Ventile, einschleifen; Sitzbank abpolstern und neu beziehen, Tank etc. neu lackieren. Zur besseren Schmierung wurde ein Ölsteigschlauch zur Auslass-Seite gelegt (Serie war Einlass-Seite).

Schraub! Fluch!

Das Ergebnis meiner Bemühungen konnte sich zunächst sehen lassen: sah einfach gut aus in einem Daimler-Tiefblau und lief gut (Spitze 165 kmh). Leider ging es dann weiter mit den typischen SR-Krankheiten in diesem Baujahr: Zündung/Lichtmaschine defekt, war damals (1983) nicht reparabel und auch nicht als Gebrauchtteil zu erstehen, also Neuteil für damals 720 Märker (Schluck!).

Schraub! Fluch!

Dann ging es weiter zur nächsten SR-Krankheit: Schwingenlagerung. In diesen Baujahren gibt es keinen Schmiernippel für die Schwinge. Die Vorbesitzer (Schlampen!) haben sowas natürlich nicht gemacht oder machen lassen, also durfte ich dann über mehrere Tage versuchen die Schwinge heraus zu bekommen ohne sie zu zersägen, was mir mit vielen Tricks dann auch gelungen ist.

Schraub! Fluch!

Die ganzen Fotos auf dieser Seite zeigen die nächste Motorüberholung, die leider notwendig wurde als ich beim säubern des Siebes im kleinen Ölsumpf leider eine Menge Metallspäne und kaputter Kugellagerkugeln fand. Das doppelreihige Lager unter der Kupplung hatte leider den inneren Käfig und den größten Teil seiner Lagerkugeln verloren. Das ist dann wohl durch die Ölpumpe gegangen - ihr könnt euch vorstellen wie die von innen aussah...

Schraub! Fluch!

Bei dieser Überholung wurde ebenfalls die Nockenwelle erneuert. Das Austauschen der Nockenwellenlager brachte die Erkenntnis, daß die Herdplatte zur Erwärmung der Lager nicht geeignet ist (geht zu schnell), der Backofen ist viel besser! (Interessant ist der Nebeleffekt ;-) beim Erwärmen einer Motorgehäusehälfte, um Lager zu entfernen - bedingt durch die Ölreste.)

Sehr schön :-( war die Erfahrung, daß es Distanzscheiben im Motor gibt, die nach Einbau der verkehrten und dem aufwendigem Zusammenbau der Gehäusehälften bewirken, daß sich das Getriebe leider nicht drehen läßt. Also wieder alles auf, Dichtflächen wieder sauber kratzen, ... Sch...!

Schraub! Fluch!

Lackieren mußte ich das Moped leider auch noch mal, irgendein Idiot hatte mir mit einem Einkaufswagen eine Beule in den Tank gemacht :-(. Die Farbe auf dem untersten Foto ist ein Simca-Metallic-Pazifikblau.

Trotz der ganzen Probleme: die SR war ein tolles Moped!

Schraub! Fluch!

Tips: rätselhafter, sporadischer Ölverlust am Fuß kann von einem Riss in der Abdeckkappe des Steuerkettenspanners kommen (zu fest angezogen). Bei alten SRs kann ein Rückschlagventil im Motor undicht werden, d.h. bei kaltem Motor sackt das Öl vom Öltank in den Motor, eine Messung zeigt dann zu wenig Öl und man füllt zuviel ein. Also, Motor vorher laufen lassen. Anstelle der Original-Ventil-Einstellschrauben kann man Schrauben vom VW-Käfer verwenden. Weil diese Gelenke haben, schlagen sie nicht so schnell ein.

Fertig!
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