Was mache ich beruflich?

SUN!

Begonnen habe ich mein Berufsleben als Industriekaufmann (Abschlußnote 1), danach über 10 Jahre kaufmännische Praxis als Buchhalter und im Vertrieb in Firmen in Viersen und Mönchengladbach, ab 1985 ging es dann immer mehr in Richtung EDV, von 1987 bis 1991 habe ich 3 ½ Jahre Abendschule bei der DAA Düsseldorf zum EDV-Betriebswirt (Note 1,5) und Wirtschaftsinformatiker (Note 1,3) gemacht.

Ich war 3 Jahre bei SV Service Düsseldorf (das war die Verwaltungsgesellschaft der METRO Deutschland) zuletzt als PC-/IDV-Koordinator im Rechnungswesen tätig. Dort hatte ich es mit IBM-Hosts (VM-CMS), IBM PC-LAN und IBM PS/2-PC-Hardware zutun und programmierte in Turbo-Pascal, Basic, dBase und Clipper. Von 1991 bis 2000 war ich EDV-Organisator bei einem Unternehmen der Nahrungsmittelbranche (mehrere Niederlassungen und Geschäftszweige) bei Krefeld. Dort machte ich Systemverwaltung und -entwicklung von mehreren NOVELL-Netzwerken (Netware 3.20 die gute!), mehreren WindowsNT-Netzen (Gott bestrafe Bill wegen der Domänen-Idee!) und UNIX (SCO, Nixdorf Targon, SINIX).

SUN!

Eines meiner Hauptprojekte war dort die Entwicklung eines Warenwirtschaftssystems für die besonderen Bedürfnisse eines Nahrungsmittelproduzenten, die wären Mindesthaltbarkeiten und Restlaufzeiten (Frischeprodukte sind keine Schrauben!), komplexe Preisfindungen (Aktionen, Konditionskunden, Rabatte, Preiserhöhungen zu unterschiedlichen Terminen), komplexe Rechnungen (Sammelrechnungen, Zentralregulierer, Aufteilungsrechnungen (Catering AG/AN-Anteile)), komplexe Mengenumrechnungen (nichtegalisierte Ware), Übergabe an Fremd-Fibu und Statistik (MDT-Kienzle und Varial-Fibu) auch per DFÜ, Waagenanbindung im Versand (Mettler), EAN-Kodierungen mit ICS-Industriedruckern (eigene Druckersprache), Disponentenunterstützung durch Zukunftsrechnungen Warenbestände, Faxanbindung (TOBIT), Archivierung (EASY), EDIFACT (Seeburger).

Das Softwarepaket wurde größtenteils von mir im xBase/CLIPPER entwickelt und läuft in mehreren NOVELL-Netzwerken seit über 10 Jahren. Mein ehemaliger Arbeitgeber versuchte mehrere Jahre und mit immensen Kosten (> 1 Mio EURO) Teile der Software durch SAP zu ersetzen, mit dem Erfolg, daß die bewußte Niederlassung geschlossen werden mußte :-).

SUN!

Von 2000 bis 2001 war ich als Software-Entwickler in einem Krefelder Unternehmen tätig, daß Branchenlösungen für die Musikindustrie und den Tonträgerhandel entwickelt. Hier beschäftigte ich mich mit der Entwicklung eines Client-/Server-Warenwirtschaftssystems basierend auf MS-SQL-Server 7 (verteilte Datenhaltung => Replikationen) und VISUAL FOXPRO, mit Scanner-, Kassen- und EAN-Etikettendrucker-Anbindung sowie Webshop-Entwicklung mit PHP, SQL, HTML und JavaScript. Die Ausbildung der Lehrlinge im IT-Bereich war ebenfalls meine Aufgabe. Ein Highlight war die Popkomm in Köln (weltgrößte Musikmesse), die ich als Standpersonal erlebte.

Popkomm!

Ein Bericht in der Zeitschrift Musikmarkt über meinen Auftritt bei der POPkomm ;-)

Reines Codehacken ohne Anwender-/Kundenkontakt ist nicht der richtige Weg GUTE Software zu entwickeln. Ganz wichtig ist nach meiner Entwickler-Philosophie der ständige Dialog mit dem Anwender/Kunden, ERSTENS um den Spannungsbogen zwischen dem was der Anwender meint und dem was der Entwickler meint (unterschiedliche Sichten der Realität, siehe Modellbildung) klein zu halten und ZWEITENS um eine Identifikation des Anwenders/Kunden mit dem Softwareprodukt zu erreichen.

SUN!

Von 2001 bis 2004 war ich DV-Projektleiter bei einem mittelständischen Bauzulieferer in Mönchengladbach. Hier hatte ich so nette Spielsachen wie Compaq-Digital-Alpha-Cluster (Tru64Unix) und Dell-4fach-CPU-NT-Server, als ERP-Software wurde Kifos/B2 von Bäurer eingesetzt. Das Problem in dieser Firma war das unnötige Aufblähen der Abläufe (mit dem Ziel sich unentbehrlich zu machen), ein Grundsatz einer erfolgreichen Organisation ist jedoch die Schlankheit, hierzu zwei Leitsätze:

  • Keep IT simple!
  • EINFACH GENIAL! Also: Die genialen Dinge sind immer einfach!
  • Meine jahrzehntelange UNIX-Beziehung hat mich natürlich schon früh zu LINUX geführt. Die enorme Entwicklung dieses freien Betriebssystems ist allgemein bekannt. Es ist heute eine sehr gute Alternative mit massiven Kosten- und Sicherheitsvorteilen. Weiterhin ist die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter nicht vorhanden, andererseits sind gewisse Dinge etwas unkomfortabel und nicht alles und jedes an Hard- und Software verfügbar. LINUX ist eben etwas anders, das Anforderungsprofil muß fallweise geprüft werden im Vergleich zu anderen Betriebssystemen. Oft schneidet LINUX jedoch besser ab UND die Entwicklungsgeschwindigkeit bei LINUX ist enorm, man beachte auch die große Unterstützung von namhaften Hard- und Softwareherstellern für LINUX.

    SUN!

    Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen im ERP-Bereich (u.a. Semiramis, Abas, Sage Office Line, Mesonic, GS-Auftrag, ein wenig SAP) und entsprechender Kontakte habe ich von 2004 bis 2007 verschiedene Projekte durchgeführt. Ein Bereich waren die freien ERP-Lösungen SQL-Ledger und der deutschsprachige Fork Lx-Office, basierend auf PostgreSQL und Perl. Der Leistungsumfang dieser kostenlosen! (Open Source wie Linux) Software-Pakete (Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung, Auftragsbearbeitung, Fakturierung, CRM, etc.) ist erstaunlich, natürlich haben käufliche ERP-Pakete (100.000 Euro aufwärts) mehr Funktionen, jedoch sehr oft gilt: WENIGER IST MEHR! Beeindruckend ist auch die konsequente Internet-Architektur, der Client-Zugriff erfolgt per Browser, also von einem beliebigem (Windows, Linux, Mac, Unix, etc.) Netzwerk-Arbeitsplatz, wenn gewünscht auch weltweit über das Internet. Es gibt auch keinerlei Beschränkungen von der Benutzeranzahl, es gibt natürlich käufliche Einzelplatz-Lösungen für ein paar Hundert Euro, steigt die Nutzeranzahl sind die 100.000 Euro aufwärts jedoch schnell erreicht.

    SUN!

    Im Webshop-Bereich setzte ich osCommerce bzw. xtCommerce ein. Diese Lösungen sind extrem leistungsfähig und erweiterbar. osCommerce ist Open Source, xtCommerce SEHR kostengünstig. Es gibt weit über 10.000 (zum Teil sehr bekannter Webshops), die auf diesen System basieren.

    Ein weiterer Bereich meiner Projekte waren Linux-Groupware-Lösungen als kostengünstiger/-freier Ersatz von z.B. Exchange und/oder Outlook. Groupware (Kommunikation, Terminplanung, Workflow, etc.) ist in modernen Unternehmen ein leistungsfähiges Organisationsmittel. Die käuflichen Lösungen erfordern zum Teil einen Rattenschwanz an Investitionen (der Groupwareserver erfordert ein spezielles Betriebssystem, Datenbank, Clients, etc.) UND ihr Unternehmen ist auf Gedeih und Verderb einem einzelnen Anbieter ausgeliefert. Wenn dieser Anbieter sagt, wir verdoppeln jetzt die Lizenzgebühren oder diese ältere Version wird jetzt nicht mehr unterstützt, wechseln sie gefälligst auf die neue entsprechend teure Variante => Super! Bei Open Source kann so etwas nicht passieren, im Extremfall pflegen sie ihre Software einfach selber, bei käuflicher Software geht das nicht, die Sourcen (Quellcodes) liegen ihnen nicht vor (deshalb der Begriff Open Source).

    SUN!

    Hardwaremäßig arbeitete ich viel mit SUN-/SOLARIS-Servern. Das sind echt beeindruckende Gerätschaften: 20 Prozessoren, 40 Festplatten, 20 Gigabyte RAM, etc. Der Platz-, Strom- und Kühlbedarf ist allerdings auch enorm ;-). Speziell mit dem SOLARIS-Betriebssystem (ein UNIX eben) macht es echt Spaß zu arbeiten. Der Thin-Client-Ansatz von SUN (SunRay-Server und -Clients) ist ebenfalls überzeugend, anders als die Windows-/Citrix-Krüppel. Mit Oracle habe ich auch zu tun, die Installation ist immer wieder eine Freude ;-), danach läuft es aber ziemlich stabil.

    SUN!

    Seit 2007 bin ich im schönen Köln für eine große Organisation im Gesundsheitswesen tätig. Hier beschäftige ich mich mit Middleware (Kommunikationsserver Cloverleaf, unzähligen ;-) Schnittstellen) und diversen Anwendungen (KIS - Krankenhaus Informationssystem - also ERP fürs Krankenhaus, Laborsysteme, Apotheken-Warenwirtschaft, SPSS, QlikView, Fibu, Zeitwirtschaft, usw. usw.).

    Weiterhin mache ich Anwenderbetreuung in den üblichen Standardprogrammen wie WINWORD und EXCEL (Ups, allgemeine Schutzverletzung?) und habe immer ein offenes Ohr für meine Anwender (Blablabla...). Intensives Schrauben an der Hard- und Software incl. LAN (geswitchtes GigaBit) und WAN (Multiprotokoll-Router/Firewalls z.B. CISCO-Pix) machen wir immer wieder gerne. Eine meiner Stärken ist meine Vielseitigkeit bedingt aus der Kombination von sehr guten Hard- UND Software- UND Kaufmännischen- UND Organisatorischen-Kenntnissen, bei der Suche nach Problemlösungen ist das "über den Tellerrand hinaussehen können" sehr hilfreich.

    Scherze wie Systemmigrationen (MDT-Nixdorf-Targon und Kienzle-MTOS auf PC-Netzwerke mit Einführung von Standardsoftware, Systemwechsel NOVELL zu Windows, Windows zu LINUX, Datenübernahme, Schnittstellenprogrammierung, usw.) erledigen wir mit Links ;-).

    Programmiererfahrung habe ich ebenfalls im VISUAL BASIC, TURBO-PASCAL (damals als BORLAND noch Borland war), von früher kenne ich noch solch altertümliche ;-) Dinge wie COBOL.

    Da ich nun mal selber Kinder habe, sehe ich die Ausbildung der Jugend als wichtige Aufgabe, ich bin deshalb Mitglied im IHK-Prüfungsausschuß für die IT-Berufe.


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    © Karl-Heinz Schreiter 1997-2012